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Rückkehr menschlicher Gebeine nach Namibia: Staatsministerin Müntefering reist zu Zeremonie nach Windhuk

Die namibische Ministerin für Bildung, Kunst und Kultur, Katrina Hanse-Himarwa, traf in Berlin mit Staatsministerin Michelle Müntefering zusammen.

Die namibische Ministerin für Bildung, Kunst und Kultur, Katrina Hanse-Himarwa, traf in Berlin mit Staatsministerin Michelle Müntefering zusammen., © photothek.net

28.08.2018 - Pressemitteilung

Zum dritten Mal nach 2011 und 2014 werden Ende August menschliche Gebeine nach Namibia zurückkehren, begleitet von Vertreterinnen und Vertretern ihrer Gemeinschaften, der Kirchen und der beiden Regierungen.

Während der Kolonialzeit wurden menschliche Gebeine von Mitgliedern namibischer einheimischer Gemeinschaften auf unrechtmäßige Weise, unter Missachtung der Menschenwürde und religiöser und kultureller Traditionen zu pseudo-wissenschaftlicher, rassischer und eugenischer „Forschung“ nach Deutschland gebracht. Zum dritten Mal nach 2011 und 2014 werden nun menschliche Gebeine nach Namibia zurückkehren, begleitet von Vertreterinnen und Vertretern ihrer Gemeinschaften, der Kirchen und der beiden Regierungen.

Die nun übergebenen 27 menschlichen Gebeine stammen aus den Beständen verschiedener Institutionen in Deutschland, u.a. der Charité in Berlin und der Universität Greifswald.

Zur Entgegennahme der Gebeine ist eine namibische Delegation unter Leitung der  namibischen Kulturministerin Katrina Hanse-Himarwa nach Deutschland gereist. Der Delegation gehören auch traditionelle Führer der Herero und Nama an. Die Bundesregierung hat einen Beitrag zu ihren Reisekosten geleistet. Über die Zusammensetzung der Delegation hat die namibische Regierung entschieden. 

„Schließen einer erinnerungspolitischen Gedächtnislücke“

Vor Ankunft der Delegation aus Namibia erklärte die Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering, am 27.08:

„Namibia und Deutschland teilen eine vertrauensvolle Partnerschaft. Auf Basis dieses gegenseitigen Vertrauens arbeiten die beiden Regierungen intensiv an der Aufarbeitung der Kolonialgeschichte.

Der Umgang mit menschlichen Gebeinen, die im Laufe der Kolonialzeit nach Deutschland verbracht wurden, ist dabei von ganz besonderer Bedeutung. Ich freue mich auf den Besuch von Kulturministerin Hanse-Himarwa und ihrer Delegation. Für Deutschland geht es um das Schließen einer erinnerungspolitischen Gedächtnislücke.“

Übergabe in Berlin und Würdigung der Rückkehr in Namibia

In Berlin findet am Abend des 28.08. unter Anwesenheit der namibischen Delegation und geladener Gäste eine Totenwache statt. Am 29.08. werden nach einem Gedenkgottesdienst in der Französischen Friedrichsstadtkirche auf Einladung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Rates der Kirchen in Namibia (CCN) an gleicher Stelle die sterblichen Überreste in einem zeremoniellen Akt durch die Bundesregierung an die Regierung der Republik Namibia übergeben.

Die Bundesregierung wird dabei durch die Staatsministerin für internationale Kulturpolitik, Michelle Müntefering, vertreten. Sie wird danach zusammen mit dem Beauftragten des Auswärtigen Amts für Subsahara-Afrika und Sahel, Robert Dölger, dem Sondergesandten der Bundesregierung für die deutsch-namibische Vergangenheitsbewältigung, Ruprecht Polenz, dem deutschen Botschafter in Namibia, Christian-Matthias Schlaga, und der namibischen Delegation nach Windhuk reisen.

In Windhuk wird die Rückkehr der sterblichen Überreste am 31.08. in einem feierlichen Akt der namibischen Regierung gewürdigt. Staatsministerin Müntefering wird dabei neben hochrangigen namibischen Vertretern eine Rede halten.

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