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Deutschland und Namibia vereinbaren Vertiefung der Entwicklungszusammenarbeit

Auf dem Foto sieht man die ca. 25 Teilnehmenden Namibias und Deutschlands nach Abschluss der Verhandlungen. Sie stehen nebeneinander vor den Flaggen beider Länder.

Familienfoto: Die Teilnehmenden Namibias und Deutschlands nach Abschluss der Verhandlungen., © Deutsche Botschaft Windhuk

19.09.2019 - Pressemitteilung

Die Entwicklungszusammenarbeit ist ein wichtiger Bestandteil der besonderen deutsch-namibischen Partnerschaft, deren hoher Stellenwert erst kürzlich durch den Besuch des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit Dr. Gerd Müller unterstrichen wurde. Seit der Unabhängigkeit Namibias hat die Bundesrepublik Deutschland die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung des Landes mit rund 1,2 Mrd. Euro (ca. 19,2 Mrd. N$) unterstützt. Im Rahmen der im Zweijahresrhythmus stattfindenden Regierungsverhandlungen am 17. und 18. September 2019 in Berlin hat die deutsche Bundesregierung nun weitere Unterstützung in Höhe von 154 Millionen Euro (ca. 2,5 Mrd. N$) zugesagt. Diese Zusage beinhaltet auch die durch Bundesminister Müller im Rahmen seiner Reise angekündigte Dürrehilfe in der Höhe von 10 Mio. Euro (ca. 160 Mio. N$).

Engagement für nachhaltige Entwicklung und inklusives Wachstum

Die Ziele der nachhaltigen Entwicklung der Agenda 2030 und der Nationale Entwicklungplan 5 stellen den Orientierungsrahmen für die Ausgestaltung der deutsch-namibischen Zusammenarbeit dar. Deutschland sagte Namibia weitere Unterstützung für die Planung, Finanzierung und das Monitoring der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele zu. Im Rahmen der Verhandlungen wurde zudem der Ausbau der Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung und dem Ausbau des Berufsbildungssystems vereinbart. Augenmerk soll dabei insbesondere auf die Aus- und Weiterbildung von Berufsschullehrern sowie den Aufbau einer Fakultät für Berufsbildung bei der NUST gelegt werden.

Nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen

Deutschland wird zudem die Zusammenarbeit im Bereich Schutz der Biodiversität, Klimaanpassung und der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen fortführen. Durch integrierte Programme mit Fokus auf Anpassung der Land- und Ressourcennutzung an den Klimawandel sowie der Förderung des Zugangs von Kleinbäuerinnen und –bauern zu angepassten Finanzierungsdienstleistungen soll eine nachhaltige und inklusive Entwicklung in ländlichen Regionen gefördert werden.

Neuer Fokus auf Nachhaltige Stadtentwicklung

Auf dem Bild sieht man längs über den Konferenztisch hinweg eine an die Wand projezierte Präsentation. An beiden Seiten des Tisches sitzen Teilnehmende der Verhandlungen. Auf dem Tisch stehen Getränke und Konferenzmaterialien.
Die entwicklungspolitischen Regierungsverhandlungen zwischen Namibia und Deutschland fanden am 17./18. September 2019 in Berlin statt.© Deutsche Botschaft Windhuk

Zudem wird die Bundesregierung den Bereich Nachhaltige Stadtentwicklung verstärkt unterstützen. Um dem dringenden Handlungsbedarf in den informellen urbanen Siedlungen in Namibia zu begegnen, wurden zwei neue Vorhaben zu nachhaltiger und inklusiver Stadtentwicklung sowie zur Förderung urbaner Infrastruktur vereinbart. Damit sollen die namibische Regierung sowie ausgewählte Städte in ihren Anstrengungen unterstützt werden, den Zugang zu sicheren Landrechten zu ermöglichen sowie die Wohn- und Lebensverhältnisse einkommensschwacher Haushalte spürbar zu verbessern.

Mehr Investitionen für Klimaschutz und Klimaanpassung

Im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit wurde zudem der Ausbau  der Finanzierungslinie an die Development Bank of Namibia zur Förderung klimarelevanter Infrastruktur u.a. im Bereich Energie, Wasser und Transport vereinbart. Mit Blick auf die angespannte Wasserversorgungssituation in der Hauptstadt stand ferner der Ausbau der Zusammenarbeit bei der Trinkwasserversorgung in Windhoek auf der Tagesordnung.

Dürrehilfe und Förderung der Klimaresilienz der Landwirtschaft

Die Entwicklungszusammenarbeit wird durch ein zusätzliches Maßnahmenpaket in Höhe von 10 Mio. Euro (ca. 160 Mio. N$) zur Dürrehilfe ergänzt, das bereits im Rahmen der Namibiareise von Minister Müller angekündigt wurde. Dadurch soll insbesondere die ländliche Bevölkerung unterstützt werden, die besonders von den Auswirkungen der Dürre betroffen ist. Das Paket umfasst sowohl Sofortmaßnahmen als auch mittelfristige Anpassungsmaßnahmen, um die Klimaresilienz der namibischen Landwirtschaft zu stärken, die Übernutzung natürlicher Ressourcen sowie Konflikte mit Wildtieren zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu erhöhen.

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