Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Wirtschaft

19.06.2018 - Artikel

Stand: Juni 2018

Charakteristika

Namibia zählt gemäß Weltbank-Klassifizierung zur Gruppe der „Länder mit oberem mittlerem Einkommen“. Für 2018 wird ein Wirtschaftswachstum von 2,5%  prognostiziert.

Das Volkseinkommen ist trotz einer schnell wachsenden Mittelschicht immer noch sehr ungleich verteilt (Gini-Koeffizient von rund 0,57). Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsschwelle; die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 34 Prozent. Namibia ist ein Land mit sehr geringer Bevölkerungsdichte (2,4 Einwohner pro Quadratkilometer). Das Land verfügt über einen großen Reichtum an Bodenschätzen (Diamanten, Uran, Kupfer, Zink), Fisch- und Viehbeständen sowie mit seiner landschaftlichen Schönheit über große Anziehungskraft für den Tourismus.

Standort Namibia

Namibia liegt auf Platz 106 des Weltbank-Ranking „Ease of Doing Business“.  Im Global Competitiveness Index (GCI) 2017/18 des World Economic Forums liegt Namibia auf Rang 90.

Schwachpunkte bleiben das Gesundheits- und Bildungswesen. Namibias Stärken liegen v.a. in der stabilitätsorientierten Geld- und Fiskalpolitik, gut entwickelten Finanzmärkten, einem hohen Maß an politischer Stabilität und Rechtssicherheit sowie einer gut entwickelten Infrastruktur, insbesondere im Bereich der Telekommunikation und bei Verkehrswegen und Seeanbindung.

Außenwirtschaft

Namibia ist ein außenwirtschaftlich stark verflochtenes Land. Die Exportquote liegt in der Größenordnung von rund 43 Prozent, die Importquote bei über 52 Prozent. Die Leistungsbilanz weist in der Regel einen Überschuss auf, da das Handelsbilanzdefizit durch den positiven Saldo der Übertragungsbilanz überkompensiert wird. Grund sind die substantiellen Transferzahlungen, die Namibia aus der Zollunion im südlichen Afrika (SACU) sowie aus der Entwicklungszusammenarbeit zufließen.

Die Bodenschätze Diamanten, Kupfer und Uran allein machen ungefähr 40 Prozent des Exportvolumens aus. Daneben werden hauptsächlich Agrarprodukte (Fisch, Fleisch und Trauben) exportiert. Diese Güterexporte gehen zu rund einem Viertel in Länder der SACU, zur Hälfte nach Europa. Namibia verfügt überdies mit seiner landschaftlichen Schönheit über große Anziehungskraft für den Tourismus.

Importiert werden hauptsächlich Kraftstoffe, Erdöl und Erdölerzeugnisse, Strom, Kraftfahrzeuge, Maschinen sowie Nahrungsmittel. Ursprungsland der meisten Importe (circa 70 Prozent) ist Südafrika. Die enge Verflechtung mit der Volkswirtschaft der benachbarten früheren Mandats- und Besatzungsmacht kommt nicht nur im Handelsvolumen zum Ausdruck, sondern auch in der starken Präsenz südafrikanischer Dienstleister (Handel, Banken, Versicherungen).

Gesamtwirtschaftliche Situation

Das für 2018 prognostizierte Wirtschaftswachstum stützt sich auf die Erwartung höherer Weltmarktpreise (v.a. Diamanten und Uran), Erholung in der Landwirtschaft nach Ende der Dürre und Anstieg im Tourismussektor. Die namibische Regierung hofft auf Entlastung des Haushalts durch öffentlich-private Partnerschaften (PPP).

Die formale Arbeitslosigkeit stieg 2017 auf 34% (Jugendarbeitslosigkeit: 43%).Angesichts sehr hoher Beschäftigung im informellen Sektor geben diese Zahlen aber einen unvollkommenen Eindruck von der tatsächlichen Einkommenssituation.

Fiskalpolitik und Staatsfinanzen

Im Haushalt 2016/17 stehen Ausgaben in Höhe von 62 Milliarden Namibia Dollar stehen Einnahmen von 56 Milliarden gegenüber (Haushaltsdefizit von ca. 3,6% des Bruttoinlandsprodukts); die öffentliche Verschuldung soll bei 42 % des Bruttoinlandsprodukts stabilisiert werden. Größte Ausgabenblöcke sind: Personal, Staatsunternehmen, Sozialprogramme und Bildung. Der Haushalt soll nach Willen der Regierung die fiskalische Konsolidierung fortsetzen, Wachstum anregen und mehr staatliche Daseinsvorsorge ermöglichen.

Geld- und Währungspolitik

Die Währungsunion mit direkter 1:1 Bindung des namibischen Dollar an den südafrikanischen Rand steht immer wieder in der Kritik, da dadurch wirtschaftliche Probleme in Südafrika direkt durchschlagen. Eine Entkoppelung ist jedoch nicht geplant.

Die Inflationsrate liegt  bei 5,75%, der Leitzins bei 6,75%.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Namibia ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

nach oben